EIN SCHANIBACH für HERNALS

Wie aus Grünen Visionen Ziele für die Stadt werden.

Das Rendering zeigt den freigelegten Alsbach, an dem Kinder spielen.
Eine grüne Vision für die Alszeile. Rendering (c) Max Hartmuth

REMEMBER

2020 ging die Grüne Alternative Hernals mit einer großartigen Vision in den Bezirkswahlkampf.
Wir forderten die Öffnung des Alsbachs. Dieses wunderschöne Bild sagt mehr als tausend Worte:
Eine kühle Grünoase mitten in Hernals verzaubert seine Bewohner:innen. Die Menschen folgen dem
Bachlauf der offenen Als. Der freigelegte Fluss kühlt gerade den Abschnitt, der heute im Sommer –
heiß und trocken- kaum mehr Aufenthaltsqualität bietet. Das Plätschern lädt ein, sich auszuruhen, zu lauschen, Ruhe zu finden. Mitten in einer modernen Stadt, einer Grünen Stadt, die aus Möglichkeiten Wirklichkeiten schafft.

Wir wollen per Antrag den Alsbach, der heute überwölb, seit jeher unserem Bezirk seinen Namen
verleiht (Hernals = die Herren an der Als) freilegen und im Bereich der Alszeile bis hin zum Leopold-Kunschak-Platz seine Ufer renaturieren. Dafür ernteten wir, wie sooft für unsere Ideen, ein
mitleidiges Lächeln der politischen Mitbewerber:innen. „Was für eine absurde, niemals umsetzbare Idee! Schon wieder die GRÜNEN!“ so hieß es.

Nun beschäftigt sich allerdings ein Forschungsprojekt genau mit diesem originär Grünen Thema der Reaktivierung der Wienerwaldbäche. Die Forscher:innen wollen eine Uferzone entlang eines
Bachbetts gestalten, um die angrenzende brennheiße Stadt zu kühlen, um Tieren in der Stadt einen Lebensraum zu schaffen und uns allen ein Stück Natur zurückzuholen.

Die Forscher:innen nennen das den Wiener “Schanibach – eine neue Art naturnaher Grätzelauf-wertung für heiße Tage“ und erhoffen sich damit Klimaanpassung und mehr Bewusstsein für die Klimaproblematik generell. Ihre Untersuchungen haben Folgendes ergeben:

  1. Der Alsbach ist für eine Renaturierung als einer der wenigen Wienerwaldbäche, der auch
    ganzjährig ausreichend Wasser führt, geeignet.
  2. Es braucht die Trennung, Entkoppelung von Bachwasser und Abwasser in Neuwaldegg und
    damit eine Neuverrohrung, die zum Vorteil hat, dass das gute Wasser aus dem Wienerwald
    bei uns im Bezirk bleibt, verdunstet, unsere Bäume mit Wasser versorgt und unseren Bezirk
    kühlt.
  3. Gerade das Stück am Leopold-Kunschak- Platz eignet sich gut, um mit einen SCHANIBACH ein
    Pilotprojekt im Bezirk Hernals zu starten. Das Regenwassermanagement wird mitgeplant.
  4. Die Kosten für 50-60 m offene Fließstrecke mit Bepflanzung und Substrat liegen bei 250.000-
    300.000 Euro. Eine leistbare Summe.

Unsere Vision sind spielende Kinder, badende Vögel, quakende Frösche, ein Naherholungsbereich
besonderer Art, der uns allen jenen Park ersetzen sollen, der uns so sehr fehlt. Mehr noch, ein begrünter Bachlauf, der uns beschattet, kühlt und uns das Gezwitscher der Vögel wieder nach Hernals zurückbringt.

Träume mit uns und unterstütze das Forschungsprojekt von: ProBACH.

Karin Prauhart, BV Stellvertreterin

Hintergrundinfo

Seit April 2021 beschäftigt sich ein vom Klima- und Energiefonds unterstütztes Forschungsprojekt ProBACH unter der Projektleitung der Firma Institute of Building Research & Innovation ZT GmbH (IBR & I) als Konsortialführer mit dem Thema Reaktivierung und Entkopplung vom Mischwasserkanal der eingewölbten Wienerwaldbäche in Wien.

Konsortialpartner im Projekt sind

  • Universität für Bodenkultur – Ingenieursbiologie und Landschaftsbau
  • Universität für Bodenkultur – Siedlungswasserbau, Industriewasserwirtschaft Gewässerschutz
  • Weatherpark GmbH
  • RaumUmwelt Planungs-GmbH
  • PlanSinn – Planung und Kommunikation GmbH
  • Staud’s GmbH

Das Forschungsprojekt startete mit 1.4.2021 und soll mit 30.3.2024 abgeschlossen sein. Angestrebt wird u.a. eine explorative Umsetzung eines „Wiener Schanibachs“

Unter „Wiener Schanibach“ verstehen die Projektanden die Implementierung einer temporären offenen Fließstrecke zu Forschungszwecken entlang des ursprünglichen Verlaufs eines Wienerwaldbaches.

Da der Alsbach, gemäß ersten Erhebungen, ganzjährig Wasser führt, würde er sich für eine Reaktivierung eignen. Eine Teststrecke (Wiener Schanibach) wird für die begleitende Erforschung weiterer Maßnahmen und möglicher Auswirkungen (Regenwassermanagement, Entlastung Kanal, Kühlung von Urban Heat Islands, Akzeptanz bei der Bevölkerung etc) benötigt. Zum anderen wird mit einem Schanibach in Hernals, mit einer grünen Uferzone entlang der Testfließstrecke, auch schon in der Testphase ein attraktiver Erholungsort geschaffen, der unmittelbar zur Kühlung und Steigerung der Lebensqualität durch die Verbesserung des Mikroklimas im urbanen Gebiet beiträgt.

Ausführliche Projektbeschreibungen und Begründungen, die für eine Umsetzung sprechen, sind auf folgenden Webseiten abrufbar:

ProBACH: Projektstudie abschnittsweiser Reaktivierung der Wienerwaldbäche unterstützt durch naturnahes Regenwassermanagement – Smartcities

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