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am 13. Juli

Christine Nöstlinger wurde am Freitag auf dem Hernalser Friedhof beigesetzt

Sepp Neustifter - In Hernals hat Sie ihre Kindheit verbracht und von ihren Erlebnissen aus der Nachkriegszeit erzählt - Danke für die zwei Geschichten aus Hernals!

Christine Nöstlinger wurde am 13. Oktober 1936 in Hernals geboren und wuchs als Tochter eines Uhrmachers und einer Kindergärtnerin in ziemlich ärmlichen Verhältnissen auf.

"Maikäfer flieg" (1973), das deutlich autobiographische Erfahrungen aufgreift, schilderte aus der Perspektive eines achtjährigen Mädchen den Wahnsinn der NS-Zeit und des Krieges und verortete genau die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen; "Zwei Wochen im Mai" (1981) setzte die Erinnerungen an die Kriegs- und Nachkriegszeit fort.

Politisch sozialisiert in einem sozialdemokratischen Elternhaus, erlebte Nöstlinger in ihrer Kindheit im Nationalsozialismus Rassismus, Antisemitismus, Vertreibung und Verfolgung auch im engeren Herkunftsmilieu. Ihre schwerhörige Großmutter schimpfte ständig und laut gegen Hitler. Nach der Matura am Hernalser Gymnasium studierte Nöstlinger an der Akademie für Angewandte Kunst Gebrauchsgraphik. Danach arbeitete sie einige Jahre, heiratete den Journalisten Heinz Nöstlinger, bekam zwei Töchter, versuchte sich als Journalistin in Tageszeitungen und Magazinen.

Ihre Karriere als Schriftstellerin begann mit Illustrationen für "Die feuerrote Friederike" (1970); als diese fertig gezeichnet waren, schrieb sie auch den Text. "Die feuerrote Friederike" wurde sogleich zum großen Erfolg, entsprach im witzig-aufmüpfigen Ton ganz dem Zeitgeist der 1968er Jahre.

Ihre Neuerscheinungen in den nächsten Jahren knüpften an den Erfolg des schriftstellerischen Debüts nahtlos an, für "Wir pfeifen auf den Gurkenkönig" (1973) bekam sie den Deutschen Jugendbuch-Preis. "Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse" (1875) oder die Serie um "Gretchen Sackmeier" (ab 1983) wurden zu Publikumsrennern. 

Zu ihrer Bekanntheit trug sicherlich auch bei, dass Nöstlinger als Rundfunk- und Fernsehmoderatorin arbeitete. Die "Dschi-Dschei-Wischer"-Reihe lief 1979 im österreichischen Rundfunk fast täglich ein ganzes Jahr lang. Den Büchern folgten Verfilmungen und Adaptierungen für das Theater.


Textquelle und mehr Information:

https://www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=Christine_N%C3%B6stlinger


Mit ihrer beeindruckenden Rede im Parlament setzte Sie im Mai 2015 ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenhass:

https://www.facebook.com/Die-Gr%C3%BCne-Alternative-Hernals-193205511216289/?hc_ref=ARQaa8-bnVjN69LlLqrd4_hRCetvJsLYyHZBRhehZxR-R_wokmUIZtCrqpnGTb8pgTY​

„Frei von Schuld zu sein heißt nicht, frei von Verantwortung zu sein!“​​